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The Queer Art of Failure

22. Oktober | 20:00

Scheitern kann eine Haltung sein.
Scheitern kann eine Strategie sein.
Scheitern, vielleicht,
kann eine Kunstform sein.

Jack Halberstams Idee des Scheiterns als queere, produktive und transformative Strategie inspiriert dieses Projekt. Unvollkommenheit, Instabilität und Nicht-Linearität erscheinen hier nicht als Mängel, sondern als künstlerische Verfahren, die Erwartungen an Meisterschaft, Fortschritt und Kohärenz unterlaufen. In Zusammenarbeit mit Studierenden der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg entsteht eine Aufführung, in der Komponist und Interpret medienübergreifend arbeiten und das Rohe, Provisorische und Fragile bewusst zulassen. Ein klanglich-performatives Feld, in dem Queerness zur Methode wird: durch Störung, Umdeutung und beharrliche Versuche, die scheitern, sich verschieben und neu beginnen.

Für Eloain Lovis Hübner ist die zweckentfremdete Verwendung von Instrumenten gelebte Erfahrung. Deren Arbeit fragt, was es bedeutet, Musikinstrumente und ihre Grammatik zu „queeren“. Während deren eigener Geschlechtsangleichung wurden diese Fragen konkret: Beim Umtrainieren der Stimme fand dey sich in einer vielen trans Menschen vertrauten Praxis wieder – in der bewussten Abweichung davon, was „normaler“ Klangeinsatz sein soll, im Navigieren von Anspannung, Kontrolle und Kontrollverlust. Scheitern. Trotzdem weitermachen. Deren neue Komposition für Ensemble Aventure überträgt diese Erfahrung auf Instrumente, begleitet von aufgenommenen Klängen der Zärtlichkeit, Ermächtigung und stillen Auflehnung.

Laure M. Hiendls neue Kompositionen für Solo-Klarinette und Klaviertrio begreifen Scheitern nicht als Niederlage, sondern als produktiven Prozess. Digitale Sampling-Techniken werden in akustische Kammermusik übersetzt: Ein Fragment wird isoliert, wiederholt und verschoben, bis Kommunikation ins Stocken gerät und etwas Neues entstehen kann.

Programm:

Laure M. Hiendl (*1986)
for Piano Trio (2026)

Laure M. Hiendl
for Clarinet Solo (2026) UA*

Eloain Lovis Hübner (*1993)
doll*etudes (2026)
für verstärktes Ensemble und Tape

Love Carbin (*2002)
Åter, nära
for any number of instruments

Malin Bång (*1974)
palinode (2013)
für verstärktes Ensemble

Performances und Interventionen zwischen den Musikstücken, teilweise auch parallel dazu.

Ensemble Aventure:
Phoebe Bognár, Flöte
Andrea Nagy, Klarinette
Akiko Okabe, Klavier
Santiago Vilma, Schlagzeug
Ioanna Boutaldaki, Violine/Viola (a. G.)
Ellen Fallowfield, Violoncello
Beltrán González, Elektronik und Dirigat

Mit Studierenden 2. Studienjahr Regie, Schauspiel und Dramaturgie und Motion Design FABW der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg

Eintritt 20 €, ermäßigt 15 €; Schüler, Studierende & Freiburg-Pass frei
Tickets an der Abendkasse oder über: Verena.Fuchs@ensemble-aventure.de

Eine Kooperation der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg, des Kunstmuseums Stuttgart, des Ensemble Aventure Freiburg und Musik der Jahrhunderte in Zusammenarbeit mit dem Animationsinstitut der Filmakademie BW

Die Kompositionen werden ermöglicht durch die Ernst von Siemens Musikstiftung

Details

  • Datum: 22. Oktober
  • Zeit:
    20:00
  • Veranstaltung-Tags:

Veranstaltungsort